Die Jagd nach dem grünen Quadranten

Nach der langen Ironman-WM-Nacht gestern gab es am Sonntag ein spätes Frühstück und dann einen Ausflug in wundervoll altweibersommerliche Wälder. Ziel heute: Quadranten jagen!

Richtig. Wer braucht schon Diamanten. Bei Veloviewer gibt es schon seit geraumer Zeit ein Feature, dass sich Explorer Score nennt. Um diesen Score zu erhalten, nehme man sämtliche GPS-Aufzeichnungen von Touren, die man bereits mit dem Rad gefahren ist und markiere sie auf einer Karte. Man erhält eine Heatmap, auf der sich erkennen lässt, welche Strecken häufig gefahren werden und wo man noch gar nicht war.

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Über diese Heatmap legt man nun ein Raster und markiert sämtliche Felder, in der sich eine rote Linie befindet. Die Anzahl dieser roten Kacheln ergibt den Explorer Score. Die blauen Kacheln markieren die größte zusammenhängende Fläche von roten Kacheln und nennen sich Cluster.

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Das größte Cluster ohne leere Kacheln/Quadranten darin ist das Explorer Max Square (klingt viel cooler als Entdecker-Maximal-Quadrat).

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Mein aktueller Explorer Score ( = Anzahl der farbigen Felder) beträgt 3810 Kacheln – wobei die tatsächliche Anzahl vermutlich höher ist, da auf diversen langen Touren meine Garmin ausgesetzt hat. Mein Maximalquadrat beträgt 14×14 Kacheln. Und dieses Quadrat gilt es nun zu erweitern.

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Um diese Fläche zu vergrößern gilt es, unbekanntes Gebiet zu erforschen. Wie Clara passend bemerkte, gibt es oft Gründe, warum man bestimmte Ecken bisher gemieden hat: die Kacheln sind oft nicht gut zugänglich, beinhalten Sperrgebiete, stark befahrene Straßen und Autobahnen oder sind komplett bewaldet. In den meisten Fällen werde ich also mit dem Crosser weiter kommen, als mit dem Rennrad.

Für den Sonntag habe ich mir 5 Kacheln rund um den Frankfurter Flughafen vorgenommen. Ganz besonders schwierig würde das Feld oben rechts werden, da es sich fast komplett auf dem Rollfeld des Flughafens befindet.

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Die restlichen Kacheln in Cargo-City und entlang der Startbahn Süd und rund um den Raunheimer Badesee sollten kein Problem darstellen.

Also den rauf auf den Crosser und los!

Zunächst raus aus der Stadt, vorbei am Maunzenweiher, an dem ich schon echt lange nicht mehr war.

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Die meisten Wege hier kenne ich in und auswendig, in Neu-Isenburg biege ich allerdings falsch ab und lande auf einmal direkt am Gehspitzweiher – den ich trotz jahrelangen radelns in dieser Gegend noch nie gesehen habe. Verrückt. Aber damit hat die Tour ihren Sinn ja bereits erfüllt.

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Die Beine laufen fantastisch und ich pedaliere locker durch herbstliche Wälder und vorbei an diversen Pilzen, sogar ein Hexenring ist dabei.

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Am Aussichtspunkt an der A5 ist die Hölle los. Scheinbar haben viele Leute Sonntags keine bessere Idee als sich stundenlang (?) an einer lauten Autobahn auf eine Betonstufe zu stellen und Flugzeuge zu fotografieren. Naja, wems gefällt. Ich mache mich schleunigst wieder aus dem Staub.

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Der Plan ist, sich in Cargo-City so nah es geht an das Rollfeld anzuschnecken. Ich hoffe, eine Feuerwache in der Nähe der Straße erreichen zu können, die grade so an der untersten Ecke des Quadranten gelegen ist. Leider versperrt mir ein großer Kontrollpunkt mit grimmig dreinblickenden Sicherheitsleuten den Weg. Ich überlege kurz, ob sie fragen soll, ob sie mich wohl kurz 2min aufs Vorfeld lassen würden, wegen „so einer GPS-Spielerei“ aber befürchte, die Antwort schon im Voraus zu kennen und drehe wieder ab. Mit diesem Quadranten habe ich also nach wie vor eine Rechnung offen! Dafür lässt sich die Cargo-City-Kachel ohne weitere Probleme einsammeln.

Zurück über die Autobahnbrücke geht es wieder in den Wald, weg vom Lärm.

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An der Startbahn Süd treffe ich auf eine kleine Familie. Der Vater ist sichtlich etwas verzweifelt, da das Rad der Tochter einen Platten hat und auch der bereits zur Hilfe herbeigerufene Radfahrer über keine passende Pumpe (Autoventil) verfügt. Während der Passant sich mit einem „Tut mir Leid!“ verabschiedet, beschließe ich zu halten. Es ist ein 28″ Crossrad mit nicht allzu breiten Reifen, also spendiere ich einen meiner Ersatzschläuche (inklusive Reifenwechselservice, da die Familie natürlich weder Werkzeug noch Pumpe dabei hatte…) und freue mich über die Begeisterung der Tochter, der die Aussicht, das Rad zurück nach Niederrad zu schieben, gar nicht gefallen hatte.

Eine Bemerkung bezüglich der helmlosen Köpfe der Kids verkneife ich mir (der Vater trägt ja auch keinen…) und gebe ihm vorm weiterfahren lediglich den Rat, sich vor der nächsten längeren Tour bei Decathlon auszustatten und radle anschließend weiter.

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Zäune, nichts als Zäune rund um den Flughafen

Das nächste Ziel ist der Raunheimer Badesee, den ich vom Wiesbadener Ironman 70.3 schon kenne. Leider war ich damals nur zu Fuß dort, deshalb gibt es keine GPS-Aufzeichnung. Also brav nochmal vorbeiradeln. Raunheim selbst ist leider sehr Radunfreundlich, weshalb ich es großflächig umfahre. Also ich versuche es zumindest, muss aber mehrfach wenden, bis ich den Radweg durch das Industriegebiet gefunden habe.

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Hier geht es wohl nicht lang.

Nach einigen langweiligen Kilometern durch die (recht langweilige aber zum glück autofreie) Pampa kam ich dann endlich am Main an. In Kelsterbach hat jemand eine hübsche kleine Bar direkt am Ufer eröffnet, die an diesem Tag vor Radfahrern fast überquoll. Mallorca-Feeling im Rhein-Main-Gebiet. Gefällt.

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Weils so nett war, gabs eine kurze Pause mit „Holzfällerbrot“ als Snack. Nicht die erste Diät-Option, aber sehr lecker.

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Danach nur noch gemütlich am Main zurückradeln (in Frankfurt war natürlich alles hoffnungslos überfüllt) und zuhause ab in die Badewanne! Schee!

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